{"id":1280,"date":"2016-10-12T09:48:12","date_gmt":"2016-10-12T08:48:12","guid":{"rendered":"https:\/\/forschungingotha.wordpress.com\/?p=1280"},"modified":"2017-08-07T14:54:25","modified_gmt":"2017-08-07T12:54:25","slug":"gastvortrag-am-17-oktober-2016-peter-burschel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/archives\/1280","title":{"rendered":"Gastvortrag am 17. Oktober 2016: Peter Burschel"},"content":{"rendered":"<p>\u201eZur kulturellen Codierung von Hautfarben in der Fr\u00fchen Neuzeit\u201c spricht Prof. Dr. Peter Burschel (Wolfenb\u00fcttel) am Montag, 17. Oktober 2016, im Forschungszentrum Gotha der Universit\u00e4t Erfurt. Beginn ist um 18:15 Uhr im Seminarraum des \u201ePagenhauses\u201c auf Schloss Friedenstein, der Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt des Vortrags steht ein 1650 erschienenes Buch des gelehrten sephardischen Rabbi Menasseh ben Israel, der in der ersten H\u00e4lfte des 17. Jahrhunderts in Amsterdam lebte und lehrte: &#8222;Miqweh Israel&#8220;, &#8222;The Hope of Israel&#8220;. Das Buch verweist auf Gespr\u00e4che, die der Rabbi mit Antonio de Montezinos gef\u00fchrt hatte, einem Juden iberischer Herkunft, der 1644, von einer S\u00fcdamerika-Reise kommend, in Amsterdam eingetroffen war und dort berichtete, er sei in den Anden auf Nachfahren der zehn verlorenen St\u00e4mme Israels gesto\u00dfen. Menasseh ben Israel erg\u00e4nzte den Bericht um gleich oder \u00e4hnlich lautende Nachrichten und kam zu dem Schluss, dass es keinen Zweifel geben k\u00f6nne: Jene Menschen in den Anden seien in der Tat Nachfahren der zehn verlorenen St\u00e4mme Israels, die ihre alten Tugenden, zumindest Reste der hebr\u00e4ischen Sprache, ihre Sitten und Riten, vor allem aber ihr Aussehen in der Abgeschiedenheit der Berge bewahrt h\u00e4tten. Der Beitrag versucht vor diesem Hintergrund der Frage nachzugehen, wie in der Fr\u00fchen Neuzeit eine weit zur\u00fcckreichende kulturelle bzw. religi\u00f6se und ethnische Kontinuit\u00e4t \u2013 als exklusive Identit\u00e4t \u2013 glaubw\u00fcrdig gemacht werden konnte und was die Glaubw\u00fcrdigkeit dieser Kontinuit\u00e4t als Identit\u00e4t garantierte. Seine Antwort lautet, dass es ausschlie\u00dflich die wei\u00dfe Hautfarbe der vermeintlichen Hebr\u00e4er war, die im 17. Jahrhundert eine &#8222;reine&#8220; kulturelle Reproduktion unhintergehbar erscheinen lie\u00df.<\/p>\n<p>Peter Burschel ist Historiker und Historischer Anthropologe. Seit 2016 ist er Inhaber des Lehrstuhls f\u00fcr Kulturgeschichte des Mittelalters und der Fr\u00fchen Neuzeit an der Georg-August-Universit\u00e4t G\u00f6ttingen und Direktor der Herzog August Bibliothek Wolfenb\u00fcttel.<\/p>\n<p><strong>Abbildung:<\/strong>\u00a0 Portr\u00e4t Rabbi Menasseh ben Israel, ca. 1630 via Wikimedia Commons<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eZur kulturellen Codierung von Hautfarben in der Fr\u00fchen Neuzeit\u201c spricht Prof. Dr. Peter Burschel (Wolfenb\u00fcttel) am Montag, 17. Oktober 2016, im Forschungszentrum Gotha der Universit\u00e4t Erfurt. Beginn ist um 18:15 Uhr im Seminarraum des \u201ePagenhauses\u201c auf Schloss Friedenstein, der Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. 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