{"id":2117,"date":"2013-03-10T12:37:55","date_gmt":"2013-03-10T11:37:55","guid":{"rendered":"http:\/\/forschungingotha.wordpress.com\/?p=189"},"modified":"2017-08-07T14:23:16","modified_gmt":"2017-08-07T12:23:16","slug":"illuminatenaufsatze-intro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/archives\/2117","title":{"rendered":"Illuminatenaufs\u00e4tze Projekt Intro"},"content":{"rendered":"<p><strong>Illuminatenaufs\u00e4tze im Kontext der Sp\u00e4taufkl\u00e4rung. Ein unbekanntes Quellenkorpus<\/strong><\/p>\n<p>Die Eule der Minerva l\u00e4sst sich auf einem Buch nieder und repr\u00e4sentiert dadurch die enge Verbindung von Weisheit mit dem geschriebenen Wort. Diesem allgemein bekannten Symbol der Illuminaten, vom Ordensgr\u00fcnder Adam Weishaupt prominent auf einem Titelblatt platziert, nun endlich auch eine \u201ainhaltliche\u2018 F\u00fcllung zu geben, wird sich ein Forscher-Team unter Federf\u00fchrung von Martin Mulsow am Forschungszentrum Gotha ab dem Fr\u00fchjahr 2013 anschicken. Der innovative Projektantrag zum Thema wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) genehmigt und sichert die Finanzierung der Forschungsarbeit nun f\u00fcr mindestens zwei Jahre.<\/p>\n<p>Bisher kannte man als Dokumente des Illuminatenordens vor allem Druckschriften, Gradentw\u00fcrfe und Briefe. Nun kommt ein v\u00f6llig neues Korpus hinzu, dessen Erforschung in Gotha stattfinden wird: es handelt sich dabei um 114 ungedruckte Aufs\u00e4tze, die auf Zusammenk\u00fcnften mitteldeutscher Illuminaten verlesen wurden. Das Themenspektrum dieser Aufs\u00e4tze ist breit gef\u00e4chert: Diese Vielfalt reicht von der Epistemologie bis hin zur praktischen Philosophie, vor allem aber werden weltanschaulich-moralische Fragen er\u00f6rtert. In der Summe ihrer Diversit\u00e4t spiegeln sie die Interessen der sp\u00e4taufkl\u00e4rerischen \u00d6ffentlichkeit sehr genau wider und erm\u00f6glichen somit einen Einblick in aufkl\u00e4rerisch-motivierte Reformbestrebungen nicht nur am f\u00fcrstlichen Hof, sondern auch in die M\u00f6glichkeiten und Reichweite sogenannter \u201aVolksaufkl\u00e4rung\u2018.Mit diesem einzigartigen Quellenmaterial ergibt sich die Chance, sowohl die kommunikative Praxis innerhalb des Illuminatenordens als auch die Beziehungen der internen Debatten zu allgemeinen Diskursen der deutschen Sp\u00e4taufkl\u00e4rung zu erforschen. Das Korpus ver\u00e4ndert radikal den Blick auf den Orden: nicht mehr Geheimnis, Exklusivit\u00e4t und Gradordnung stehen jetzt im Blickpunkt, sondern Alltag, Durchl\u00e4ssigkeit und Vernetzung mit anderen Aufkl\u00e4rern. Transparenz gelangt erstmals in Teilen in Reichweite. Die Diskussionskultur innerhalb der lokalen Gruppierungen kann durch die Abgleichung der Aufs\u00e4tze mit Protokollen, Briefen und Tageb\u00fcchern mikrohistorisch minuti\u00f6s kontextualisiert werden. So nah wie man hier an und in den Illuminatenorden kommen kann, war das bisher nicht denkbar. Dem Nimbus des Nebul\u00f6sen, der dem Illuminatenorden und seinen Mitgliedern nachwievor anhaftet, kann durch seri\u00f6se, quellenbasierte Forschung auf einer neuen Ebene begegnet werden. Die Mauern des arkanen Raums, die durch den exklusiven Geheimbund geschaffen wurden, werden durchsichtiger werden.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite k\u00f6nnen die Aufs\u00e4tze, von denen oft mehrere gleiche Themen bearbeitet haben, miteinander verglichen und mit publizierten Schriften des \u201e\u00f6ffentlichen\u201c Diskurses in Beziehung gesetzt werden, so dass eine Topographie von Debatten sichtbar wird und neues Licht auf die Sp\u00e4taufkl\u00e4rung als Ganzes wirft. Dabei werden auch philosophsiche Themen zum Gegenstand werden, die sich nur am Rande oder g\u00e4nzlich au\u00dferhalb akademischer Interessenssph\u00e4ren bewegen, nichtsdestotrotz aber in \u00f6ffentlichen Debatten, gerade auch in den Zeitschriften der Zeit, zu massiven Diskussionen f\u00fchrten.<\/p>\n<p>Man kann es durchaus als Gl\u00fccksfall bezeichnen, dass die Forschungen zu den Aktivit\u00e4ten des Illuminatenordens in Mitteldeutschland am unmittelbaren historischen Schauplatz stattfinden werden. \u00dcberdies besteht mit diesem Projekt die berechtigte Hoffnung, den Standort Gotha mit seiner einzigartigen Archiv- und Bibliothekslandschaft auf dem Friedenstein mittelfristig als ein Zentrum der Illuminaten-Forschung ausbauen zu k\u00f6nnen. Ein erster Schritt in diese Richtung soll mit einer internationalen Tagung zur Philosophie der Illuminaten gemacht werden, die weitere namhafte Forscher am FGE versammeln wird.<\/p>\n<p>Ansprechpartner: Prof. Dr. Martin Mulsow<\/p>\n<p>Finanzierung: DFG<\/p>\n<p>Laufzeit: Fr\u00fchjahr 2013 bis 2015<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Illuminatenaufs\u00e4tze im Kontext der Sp\u00e4taufkl\u00e4rung. Ein unbekanntes Quellenkorpus Die Eule der Minerva l\u00e4sst sich auf einem Buch nieder und repr\u00e4sentiert dadurch die enge Verbindung von Weisheit mit dem geschriebenen Wort. 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