{"id":3300,"date":"2018-05-28T10:00:23","date_gmt":"2018-05-28T08:00:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/?p=3300"},"modified":"2018-05-17T16:03:13","modified_gmt":"2018-05-17T14:03:13","slug":"wissen-des-herrn-wissen-fuer-den-herrn-naturkundliche-wissenshorizonte-des-europaeischen-mittelalters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/archives\/3300","title":{"rendered":"Wissen des Herrn, Wissen f\u00fcr den Herrn \u2013 naturkundliche Wissenshorizonte des europ\u00e4ischen Mittelalters"},"content":{"rendered":"<p>Vortrag von Prof. Dr. Jan Hirschbiegel (Kiel) im Rahmen der Vortragsreihe <strong>&#8222;Zwischen Wunderkammer und Wirtshaus. Topographien naturkundlichen Wissens am Hof und in der Stadt&#8220;<\/strong>, Mittwoch, 6.6.2018, Campus Erfurt, LG 4, DG 02.<\/p>\n<p>In der ersten H\u00e4lfte des 13. Jahrhunderts hat der Franziskaner Bartholomaeus Anglicus in Magdeburg das enzyklop\u00e4dische Werk <em>De proprietatibus rerum<\/em> geschaffen. Behandelt werden in freilich bibelexegetischer Absicht in 19 B\u00fcchern neben anderem medizinische Fragen, gegeben werden Ausf\u00fchrungen zu den Himmelsk\u00f6rpern und zur Zeit und ihrer Rechnung, er\u00f6rtert werden die Elemente Feuer, Luft, Wasser und Erde mit Steinen, Metallen, Pflanzen und Tieren, besprochen werden Farben, Ger\u00fcche und T\u00f6ne, schlie\u00dflich auch mathematische Themen.<\/p>\n<p>Im Auftrag des franz\u00f6sischen K\u00f6nigs Karl V. fertigte der Augustiner Jean Corbichon 1372 eine bebilderte \u00dcbersetzung der Schrift, die auch Eingang fand in die k\u00f6nigliche Bibliothek im Falkenturm des Louvre. Denn neben Kirche, Kloster und Schule, Stadt und Universit\u00e4t war der mittelalterliche Hof mit seiner Orientierung auf den jeweiligen Herrn und die mit ihm verbundene Dynastie rsp. Familie einer der stets entsprechend spezifisch profilierten zentralen sozialen Orte von Generierung und Konservierung, Transfer und Austausch von Wissen.<\/p>\n<p>Ausdruck gefunden hat diese an die je zeitbedingt und herrschaftsbezogen verschiedenen Repr\u00e4sentationshorizonte der h\u00f6fischen Kultur gebundene Wissenskultur unter anderem in der jeweils zeitgen\u00f6ssisch determinierten Rezeption und Produktion wissensvermittelnden Schrifttums, bestimmt von herrschaftlichen und herrscherlichen Interessen und Kompetenzen, bedient von den unterschiedlichsten Sch\u00f6pfern, Tr\u00e4gern und Vermittlern von Wissen, nicht selten entlang m\u00e4zenatisch-personal gepr\u00e4gter Beziehungslinien. Im Vortrag sollen vor diesem Hintergrund und auf dieser Grundlage exemplarisch naturkundliche Wissensbest\u00e4nde der mittelalterlichen h\u00f6fischen Gesellschaft skizziert werden, sichtbar in den \u00fcberlieferten, h\u00e4ufig illuminierten Handschriften selbst, Handschriftenverzeichnissen und Inventaren.<\/p>\n<p>Beitragsbild: Boucicaut-Meister, Edelsteinh\u00e4ndler, aus: Bartholomaeus Anglicus, De Proprietatibus Rerum, \u00fcbers. v. Jean Corbichon, 1. Viertel des 15. Jahrhunderts, Biblioth\u00e8que nationale de France, ms.fr. 9141, fol. 235v, http:\/\/mandragore.bnf.fr \u00a9 Biblioth\u00e8que nationale de France<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vortrag von Prof. Dr. Jan Hirschbiegel (Kiel) im Rahmen der Vortragsreihe &#8222;Zwischen Wunderkammer und Wirtshaus. Topographien naturkundlichen Wissens am Hof und in der Stadt&#8220;, Mittwoch, 6.6.2018, Campus Erfurt, LG 4, DG 02. In der ersten H\u00e4lfte des 13. 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