{"id":3339,"date":"2018-06-21T10:00:55","date_gmt":"2018-06-21T08:00:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/?p=3339"},"modified":"2018-06-15T21:50:53","modified_gmt":"2018-06-15T19:50:53","slug":"3339","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/archives\/3339","title":{"rendered":"Der K\u00f6nig der Nacht in der Residenz \u2013 Wiener Feuerwerke zwischen Hof und B\u00fcrgerstadt, Milit\u00e4r und Freizeitkultur"},"content":{"rendered":"<p>Vortrag von Prof. Dr. Martin Scheutz (Wien) im Rahmen der Vortragsreihe <strong>&#8222;Zwischen Wunderkammer und Wirtshaus. Topographien naturkundlichen Wissens am Hof und in der Stadt&#8220;<\/strong>, Mittwoch, 4.7.2018, Forschungszentrum Gotha, Schlossberg 2, Vortragssaal.<\/p>\n<p>Feuerwerke lie\u00dfen die habsburgische Residenzstadt Wien immer wieder in ihrem Glanz erstrahlen. Drei eng verflochtene Str\u00e4nge des Wiener Feuerwerkswesen lassen sich dabei beobachten. Lange Zeit bestimmten h\u00f6fische Feuerwerke das Festgeschehen in der Stadt, wobei die kaiserliche Residenz auch r\u00e4umlich der Veranstaltungsort blieb. Das h\u00f6fische Feuerwerk als Teil \u201eephemerer Ged\u00e4chtniskunst\u201c war dabei \u201evorrangig als Resonanzraum des Herrschers und als visuell und akustisch aufgeladenes Doppelbild des Souver\u00e4ns und seiner Gewaltandrohung konzipiert\u201c.<\/p>\n<p>Ende des 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts kamen vermehrt b\u00fcrgerliche Ernst- und Lustfeuerwerke als eigenst\u00e4ndige Feuerwerksgattung\u00a0 auf. Im Kontext der osmanischen Bedrohung der Stadt Wien sollten sie die Leistungsf\u00e4higkeit der Wiener b\u00fcrgerlichen Artilleristen, meist vor den Augen des Wiener Hofes, dokumentieren und bespielten daf\u00fcr die menschenleere Spittelau vor der Stadt . Organisatorisch und medial wurde f\u00fcr die Abhaltung dieser Ernst-Feuerwerke ein ungeheurer logistischer, aber auch finanzieller Aufwand vor und hinter der B\u00fchne getrieben.<\/p>\n<p>Erst ab den 1760er Jahren setzten sich der Augarten und sp\u00e4ter der Prater als Orte der b\u00fcrgerlichen, kommerziellen Feuerwerke durch, die &#8211; unter Marktbedingungen abgehalten &#8211; die Aufwendungen durch die Eintrittsgeb\u00fchren einspielen mussten. Diese Institutionalisierung von f\u00fcnf bis sechs Feuerwerken pro Jahr schuf eine gut funktionierende Ank\u00fcndigungsmaschinerie, erforderte aber auch die Anstellung von Laborarbeitern, Dekorateuren und den Zukauf von Handwerkerleistungen.<\/p>\n<p>Beitragsbild: Feuerwerk auf dem Wiener Prater in den 1820er Jahren<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vortrag von Prof. Dr. Martin Scheutz (Wien) im Rahmen der Vortragsreihe &#8222;Zwischen Wunderkammer und Wirtshaus. 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