{"id":4181,"date":"2019-09-06T10:31:22","date_gmt":"2019-09-06T08:31:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/?p=4181"},"modified":"2021-09-01T18:01:47","modified_gmt":"2021-09-01T16:01:47","slug":"ausstellung-zum-tag-des-offenen-denkmals-auf-dem-seeberg-in-gotha","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/archives\/4181","title":{"rendered":"Ausstellung zum Tag des offenen Denkmals 2019 auf dem Seeberg bei Gotha"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\">\n<h1><strong>&#8222;Vom Meridian<\/strong><strong>stein unterm Firmament. Zeit(um)br\u00fcche an der alten Seeberg-Sternwarte in Gotha&#8220;<\/strong><\/h1>\n<p>Der Sammlungs- und Forschungsverbund Gotha, in dem dieForschungsbibliothek und das Forschungszentrum Gotha der Universit\u00e4t Erfurt und die Stiftung Schloss Friedenstein kooperieren, beteiligt sich am \u201eTag des offenen Denkmals\u201c, der am 8. September stattfindet und in diesem Jahr unter dem Motto \u201eModern(e): Umbr\u00fcche in Kunst und Architektur\u201c steht.<\/p>\n<p>Seit 1993 veranstaltet die Deutsche Stiftung Denkmalschutz diesen Tag des offenen Denkmals, an dem Denkmaleigent\u00fcmer ihre Geb\u00e4ude f\u00fcr Interessierte \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich machen. In diesem Jahr findet die <a href=\"https:\/\/www.gotha.de\/fileadmin\/stadtinfo\/pdf\/2019\/TdoD_2019.pdf\"><em><strong>Auftaktveranstaltung<\/strong><\/em><\/a> in Gotha im Hotel \u201eAlte Sternwarte\u201c, Florsch\u00fctzstr. 10, statt. Das burg\u00e4hnliche Geb\u00e4ude ist ein ausgewiesenes Einzeldenkmal. Es wurde nach Pl\u00e4nen des Architekten Richard Klepzig (gest. 1912) um 1904 als stattlicher Sandsteinquaderbau errichtet. Am 8. September steht jedoch weniger das bestehende Geb\u00e4ude im Vordergrund. Vielmehr richtet sich das Interesse auf dessen Vorg\u00e4ngerbau \u2013 die herzogliche Sternwarte auf dem Seeberg. Diese wurde nach Vorstellungen des Astronomen Franz Xaver von Zach (1754\u20131832) unter Ernst II. (1745\u20131804), Herzog von Sachsen-Gotha-Altenburg, von 1787 bis 1791 erbaut. Die alte Sternwarte z\u00e4hlte nicht nur aufgrund ihrer instrumentellen Ausstattung, sondern auch wegen ihrer revolution\u00e4ren Architektursprache zu den modernsten Observatorien ihrer Zeit. Eine gewichtige Rolle wurde ihr in der Astrogeod\u00e4sie zuteil, indem Zach mit Zustimmung des Herzogs ab 1802 eine erste Triangulation Th\u00fcringens und eine mitteleurop\u00e4ische Gradmessung am Meridian Gotha initiierte. Heute ist von der Bausubstanz der alten Sternwarte nicht mehr viel geblieben. Lediglich der erhaltene Meridianstein weist noch auf ihre Existenz hin.<\/p>\n<p>Die am Tag des offenen Denkmals stattfindenden Aktionen sollen dazu beitragen, die Bedeutung und Geschichte der ehemaligen Sternwarte wieder in den \u00f6ffentlichen Fokus zu r\u00fccken. Der heutige Eigent\u00fcmer der Liegenschaft, Schmitz Cargobull Gotha GmbH, hat dazu mit einer Arbeitsgruppe \u2013 bestehend aus Mitarbeitern sozialer Tr\u00e4ger und der Stadtverwaltung Gotha sowie Historikern und Geod\u00e4ten \u2013 ein Konzept entwickelt, wie das alte herzogliche Observatorium als historisch erlebbarer Ort gestaltet werden kann. Es ist geplant, den Grundriss der alten Sternwarte mit Pflastersteinen auf dem Hotelgel\u00e4nde zu markieren. Die daf\u00fcr n\u00f6tigen Archivrecherchen sind bereits abgeschlossen. Auf der Grundlage historischer Dokumente konnte nicht nur der alte Grundriss, sondern auch der Standort des n\u00f6rdlichen Meridiansteins rekonstruiert werden. Im August wurde der Stein unter reger Anteilnahme der <strong><a href=\"https:\/\/www.thueringer-allgemeine.de\/regionen\/gotha\/gotha-historischer-stein-rueckt-an-den-richtigen-platz-id226920517.html\">\u00d6ffentlichkeit<\/a><\/strong> an seinen urspr\u00fcnglichen Platz zur\u00fcckverlegt. Einem zuk\u00fcnftigen Projekt bleibt es vorbehalten, die s\u00fcdliche Triangulationsbasis von der alten Sternwarte bis nach Schwabhausen zu kennzeichnen.<\/p>\n<p>Am Tag des offenen Denkmals wird neben dem sichtbaren Grundriss der alten Sternwarte und der neuen Lage des Meridiansteins auch eine kleine Ausstellung zur Geschichte der Geb\u00e4ude auf dem Seeberg und ihrer Funktion zu erleben sein. Die Ausstellung \u201eVom Meridianstein unterm Firmament. Zeit(um)br\u00fcche an der alten Seeberg-Sternwarte in Gotha\u201c, die weitgehend von Dr. des. <a href=\"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/matthias-rekow\/mehr-zu-matthias-rekow\">Matthias Rekow<\/a> vom Sammlungs- und Forschungsverbund Gotha konzipiert wurde, thematisiert den Wandel, den das Gel\u00e4nde auf dem Seeberg in den vergangenen zwei Jahrhunderten erfuhr. Der Bogen spannt sich von der Baugeschichte \u00fcber die Funktion der Sternwarte als Arbeits- und Kommunikationsort der europ\u00e4ischen Astronomen und Geod\u00e4ten im 18. und 19. Jahrhundert bis zur Bewirtschaftung durch Gastwirte seit den 1850er-Jahren, kurz von der Astronomie zur Gastronomie. Als H\u00f6hepunkt wird ein Mauerquadrant pr\u00e4sentiert, der heute zur Astronomischen Sammlung des Astrophysikalischen Instituts und der Universit\u00e4ts-Sternwarte der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena geh\u00f6rt. Dieser Quadrant z\u00e4hlte 1789 zur instrumentellen Ausstattung der herzoglichen Sternwarte auf dem Seeberg. Er findet nun f\u00fcr kurze Zeit zur\u00fcck an seinen urspr\u00fcnglichen Nutzungsort.<\/p>\n<p><strong>Programm der Auftaktveranstaltung am 8. September, 10 Uhr<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Er\u00f6ffnung durch Frau Marlies Mikolajczak, Beigeordnete des Oberb\u00fcrgermeisters der Stadt Gotha<\/li>\n<li>Vortrag \u201eDie Geb\u00e4ude der Sternwarte auf dem Seeberg von 1792 und 1812\u201c (Dr. des. <a href=\"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/matthias-rekow\/mehr-zu-matthias-rekow\">Matthias Rekow<\/a>, Sammlungs- und Forschungsverbund Gotha)<\/li>\n<li>Vortrag \u201eDie Geschichte der Seeberg-Sternwarte nach 1840 bis heute\u201c (Matthias Wenzel, Verein f\u00fcr Stadtgeschichte Gotha)<\/li>\n<li>Vortrag \u201eGotha als astronomisches Zentrum im 18. und 19. Jahrhundert\u201c (Torsten Beck, Assessor im Vermessungsb\u00fcro Lencer)<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Vom Meridianstein unterm Firmament. 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