{"id":4379,"date":"2019-11-28T14:30:50","date_gmt":"2019-11-28T13:30:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/?p=4379"},"modified":"2019-11-28T14:27:34","modified_gmt":"2019-11-28T13:27:34","slug":"stadtgeschichten-vom-kaiserreich-bis-zur-weimarer-republik-voraussetzungen-repraesentanten-und-ertraege-kommunaler-historiographie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/archives\/4379","title":{"rendered":"Stadtgeschichten vom Kaiserreich bis zur Weimarer Republik. Voraussetzungen, Repr\u00e4sentanten und Ertr\u00e4ge kommunaler Historiographie"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vortrag von Prof. Dr. Stephan Laux (Trier) im Rahmen der Vortragsreihe &#8222;Stadtgeschichte schreiben&#8220;, Mittwoch, 4.12.2019, 17.15-18.45 Uhr<\/strong><\/p>\n<p>Stadtgeschichtsschreibung erlebte im 19. Jahrhundert, insbesondere in wilhelminischer Zeit, einen erheblichen Aufschwung. Die zeitgen\u00f6ssischen Akteure, in der Regel Archivare und Lehrer an h\u00f6heren Schulen, besa\u00dfen allerorten einen ausgesprochenen Expertenstatus: Meist organisiert in historischen Vereinen, verf\u00fcgten sie \u00fcber den exklusiven Zugang zu den jeweiligen \u201eAltert\u00fcmern\u201c ihrer Heimatstadt und -region.<\/p>\n<p>Im Zuge dessen erwies es sich als ausgesprochener Vorteil, wenn sie selbst sich als Pioniere des kommunalen Archivwesens bet\u00e4tigten und somit die Quellen aus erster Hand kannten (und verwahrten). Unter dieser Voraussetzung verschlossen sie sich den Qualit\u00e4tsanforderungen der akademischen Geschichtswissenschaft keineswegs, sondern beanspruchten vielmehr, die Geschichtsschreibung auf neue, solide Grundlagen zu stellen und nicht etwa nur Bekanntes zu kompilieren.<\/p>\n<p>Ihr Interesse galt in erster Linie der Stadtgeschichte der Vormoderne, insbesondere der des Mittelalters. Hierin spiegelte sich unverkennbar jener Konservativismus, der historisch affine Bildungshonoratioren im Angesichte der massiven Formver\u00e4nderungen urbanen Lebens in der Breite auszeichnete. Und doch boten ihre oft in hohen Auflagen erschienenen Stadtgeschichten ab der zweiten H\u00e4lfte des Jahrhunderts nur selten ein Forum unumwunden antimodernistischer Bekenntnisse: Schlie\u00dflich sahen sich die Stadthistoriker vor der Herausforderung, die behaupteten Bl\u00fctezeiten lange vergangener Jahrhunderte mit der in der Moderne entstandenen Prosperit\u00e4t, unweigerlich auch einer nie zuvor dagewesenen sozialen und kulturellen Diversit\u00e4t zu vers\u00f6hnen.<\/p>\n<p>Der Vortrag beleuchtet die Voraussetzungen und Ertr\u00e4ge einer, wie es scheint, v\u00f6llig aus unserer Zeit gefallenen Stadtgeschichtsschreibung, der die historiographiegeschichtliche Forschung kaum einmal ein systematisches Interesse entgegengebracht hat.<\/p>\n<p>Die Veranstaltung findet im Vortragssaal des Forschungszentrums Gotha, Schlo\u00dfberg 2, statt. Interessierte sind herzlich willkommen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Aushang_Stadtgeschichten_2019.pdf\">Das Programm der Vortragsreihe gibt es hier zum Download<\/a>.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Beitragsbild: Charles Gore (1729\u20131807), Stadtansicht Gothas von Nordosten, um 1792, aquarellierte Graphit- und Federzeichnung auf Papier, 15,5 x 48,1 cm, Klassik Stiftung Weimar, Inv.-Nr. KHz, Fotografie: Susanne Marschall<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vortrag von Prof. Dr. Stephan Laux (Trier) im Rahmen der Vortragsreihe &#8222;Stadtgeschichte schreiben&#8220;, Mittwoch, 4.12.2019, 17.15-18.45 Uhr Stadtgeschichtsschreibung erlebte im 19. Jahrhundert, insbesondere in wilhelminischer Zeit, einen erheblichen Aufschwung. 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