{"id":459,"date":"2017-03-16T19:03:57","date_gmt":"2017-03-16T18:03:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/?p=459"},"modified":"2017-08-07T13:39:28","modified_gmt":"2017-08-07T11:39:28","slug":"markus-meumann-und-olaf-simons-hgg-aufsatzpraktiken-im-18-jahrhundert-jahrbuch-aufklarung-bd-28","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/archives\/459","title":{"rendered":"Markus Meumann und Olaf Simons (Hgg.), <em>Aufsatzpraktiken im 18. Jahrhundert<\/em>, Jahrbuch Aufkl\u00e4rung, Bd. 28"},"content":{"rendered":"<\/blockquote>\n<p>Kaum ein Wort macht im 18. Jahrhundert im Deutschen eine so eigenartige Karriere wie das Wort \u201eAufsatz\u201c.<!--more--> Zu Beginn des Jahrhunderts noch die Bezeichnung f\u00fcr D\u00fcsenaufs\u00e4tze sowie f\u00fcr Kommoden- und Schrankaufs\u00e4tze, wird es in der zweiten Jahrhunderth\u00e4lfte zum ubiquit\u00e4ren Begriff f\u00fcr eine Textsorte, von der nicht recht klar wird, ob sie nun ihrerseits eigentlich neuartig ist oder nicht. Im deutschen Zeitungswesen bezeichnet das Wort \u201eAufsatz\u201c um 1800 vor\u00fcbergehend so gut wie alle Formen von Beitr\u00e4gen, die in einem Blatt einlaufen \u2013 vom heutigen \u201eArtikel\u201c \u00fcber die sachlich-wissenschaftliche \u201eAbhandlung\u201c bis hin zum thematisch-pointierten \u201eEssay\u201c. Tats\u00e4chlich erscheinen viele solcher sp\u00e4ter als \u201eEssays\u201c klassifizierten Texte zun\u00e4chst unter anderen Bezeichnungen wie \u201eFragment\u201c, \u201eVersuch\u201c, \u201eEntwurf\u201c oder eben \u201eAufsatz\u201c. Zugleich setzen jedoch in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts verst\u00e4rkt Bem\u00fchungen ein, den Aufsatz verbindlicher zu bestimmen und ihn auf eine regelhafte Form zu verpflichten (im Schulwesen, in gelehrten Gesellschaften, in der Wissenschaft). <\/p>\n<p>Die Karriere des deutschen \u201eAufsatzes\u201c \u2013 des Wortes ebenso wie der damit verbundenen Schreibpraktiken und Texte \u2013 ist ein genuin praxeologisches Ph\u00e4nomen, das nicht vorschnell mit einem Blick auf seine literarische oder rhetorische Definition in seiner Textlichkeit erkl\u00e4rt werden sollte. Vielmehr handelt es sich, so die Kernthese des vorliegenden Bandes, um eine Praxis, die sich aus verschiedenen Quellen und gesellschaftlichen Erfordernissen speist und auf diese reagiert. Es ist das prim\u00e4re Anliegen dieses Bandes und seiner Beitr\u00e4ge, die Quellen der sich im Laufe des 18. Jahrhunderts ausbreitenden Aufsatzpraktiken in den Blick zu nehmen und so die Entstehungskontexte und funktionalen Zusammenh\u00e4nge dieser sehr spezifischen, mit den gesellschaftlichen Entwicklungen und sozialen Praktiken des 18. Jahrhunderts auf das Engste verbundenen Praxis sichtbar zu machen.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Druckfrisch aus dem Meiner Verlag: der 28. Band des Jahrbuchs Aufkl\u00e4rung mit den Ergebnissen der Tagung, die <a href=\"https:\/\/www.uni-erfurt.de\/forschungszentrum-gotha\/mitar\/dr-markus-meumann\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Markus Meumann<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.uni-erfurt.de\/forschungszentrum-gotha\/mitar\/dr-olaf-simons\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Olaf Simons<\/a> 2015 am FZG zu Aufsatzpraktiken im 18. Jahrhundert veranstalteten. Im Brennpunkt des Interesses standen weniger Gattungsfragen als die vielf\u00e4ltigen institutionalisierten Aspekte von Aufsatzpraktiken, von der Themenvergabe bis zur Bewertung von Bearbeitungen durch Lehrer und Juroren. Dass Aufs\u00e4tze Ende des Jahrhunderts in den Schulen die alten Rhetorik\u00fcbungen ersetzten, war bekannt. Im Dunkeln lag dagegen bis hierhin die Vorarbeit, die religi\u00f6se, am individuellen Bekenntnis interessierte Gruppen, wissenschaftliche Akademien als Veranstalter \u00f6ffentlicher Preisausschreiben und Geheimgesellschaften wie der Illuminatenorden leisteten, die sich effektiv um Aufsatzpraktiken herum organisierten.<\/p>\n<ul>\n<li>Zur Vorstellung des DFG-Projekts <a href=\"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/projekte\/illuminatenforschung\">&#8222;Illuminatenaufs\u00e4tze im Kontext der Sp\u00e4taufkl\u00e4rung. Ein unbekanntes Quellenkorpus&#8220;<\/a><\/li>\n<li>Zur <a href=\"https:\/\/meiner.de\/periodika\/aufklarung\/aufklarung-band-28-aufsatzpraktiken-im-18-jahrhundert.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verlagsseite<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaum ein Wort macht im 18. 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