{"id":5133,"date":"2021-09-08T10:01:35","date_gmt":"2021-09-08T08:01:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/?p=5133"},"modified":"2021-09-08T16:37:29","modified_gmt":"2021-09-08T14:37:29","slug":"neue-werkausgabe-vereinigt-die-schriften-des-kantischen-radikalaufklaerers-friedrich-carl-forberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/archives\/5133","title":{"rendered":"Neue Werkausgabe vereinigt die Schriften des Radikalaufkl\u00e4rers Friedrich Carl Forberg"},"content":{"rendered":"<p>Im BRILL\/Sch\u00f6ningh Verlag ist soeben eine zweib\u00e4ndige <a href=\"https:\/\/brill.com\/view\/title\/46445?language=de\">Edition<\/a> des Aufkl\u00e4rers Friedrich Carl Forberg (1770\u20131848)* erschienen, die der ehemalige Herzog-Ernst-Stipendiat, fr\u00fchere Mitarbeiter und heutige Fellow am Forschungszentrum Gotha Guido Naschert herausgegeben hat.<\/p>\n<p>Forberg legte Anfang des 19. Jahrhunderts als Bibliothekar durch mehrere Kataloge den Grundstein zur Herzoglichen Bibliothek (heute Landesbibliothek) in Coburg. In der Philosophiegeschichte ist von ihm immer dann die Rede, wenn es um den Atheismusstreit geht \u2013 eine der wichtigsten Kon\u00adtroversen am Ende des achtzehnten Jahrhunderts. Forberg gilt als Ausl\u00f6ser der Debatte, die Fichte seinen Lehrstuhl in Jena kostete.<\/p>\n<p>Forbergs historische Bedeutung geht jedoch \u00fcber die Veranlassung dieser Streitigkeiten hinaus. Als Sch\u00fcler und Kritiker Karl Leonhard Rein\u00adholds, als Verleger und Gegner Fich\u00adtes, als Aphoristiker und system\u00adskepti\u00adscher Zeitgenosse der Fr\u00fchromantiker, als fr\u00fch\u00adliberaler Rechtstheoretiker und Anwalt des Atheismus war Forberg ein Denker und Gelehrter mit eigenem Profil. Nach Beendi\u00adgung seiner philosophi\u00adschen Schrift\u00adstelle\u00adrei wandte er sich au\u00dferdem der anti\u00adken Eroto\u00adlogie zu und wurde dadurch zum Wegbereiter einer mo\u00adder\u00adnen Sexu\u00adal\u00adwissenschaft.<\/p>\n<p>Die neue Studienausgabe \u2013 Friedrich Vollhardt hat in der FAZ vom 3. September von einer &#8222;umfassenden, vorz\u00fcglich kommentierten <a href=\"https:\/\/www.perlentaucher.de\/buch\/friedrich-karl-forberg\/friedrich-carl-forberg-philosophische-schriften.html\">Werkausgabe<\/a>&#8220; gesprochen \u2013 tr\u00e4gt nach \u00fcber 200 Jahren erstmals alle verf\u00fcgbaren Schriften, Dokumente und Briefe zusammen.* Sie l\u00e4dt dazu ein, diesen vernachl\u00e4ssigten Denker wiederzuentdecken, und dokumentiert auch die Bedeutung, die Gotha \u2013 neben Jena und Halle \u2013 als Ort des Kantianismus in den 1790er Jahren zukam.<\/p>\n<hr \/>\n<p>* Das Sendemanuskript zur SWR-Sendung &#8222;Auf den Spuren eines Verschollenen \u2013 Friedrich Carl Forberg&#8220; (2006), die als Audiodokument leider nicht mehr abrufbar ist, findet sich <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/-\/id=1641568\/property=download\/nid=660374\/1j25gzh\/wi20060427_3702.rtf\">hier.<\/a><\/p>\n<p>** Friedrich Vollhardt: &#8222;Skepsis als Z\u00fcndstoff: Eine Werkausgabe von Friedrich Carl Forberg&#8220;, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 3. September 2021, S. 12.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im BRILL\/Sch\u00f6ningh Verlag ist soeben eine zweib\u00e4ndige Edition des Aufkl\u00e4rers Friedrich Carl Forberg (1770\u20131848)* erschienen, die der ehemalige Herzog-Ernst-Stipendiat, fr\u00fchere Mitarbeiter und heutige Fellow am Forschungszentrum Gotha Guido Naschert herausgegeben hat. Forberg legte Anfang des 19. Jahrhunderts als Bibliothekar durch mehrere Kataloge den Grundstein zur Herzoglichen Bibliothek (heute Landesbibliothek) in Coburg. 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