{"id":820,"date":"2016-01-27T12:09:28","date_gmt":"2016-01-27T11:09:28","guid":{"rendered":"https:\/\/forschungingotha.wordpress.com\/?p=820"},"modified":"2016-01-27T12:09:28","modified_gmt":"2016-01-27T11:09:28","slug":"gastvortrag-am-4-2-2016-dr-habil-morgane-labbe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/archives\/820","title":{"rendered":"Gastvortrag am 4.2.2016: Dr. habil Morgane Labb\u00e9"},"content":{"rendered":"<p>Am Donnerstag, <strong>4. Februar 2016<\/strong>, l\u00e4dt das Forschungszentrum Gotha der Universit\u00e4t Erfurt ein zum <strong>Vortrag von Dr. habil Morgane Labb\u00e9<\/strong> aus Paris. Sie spricht \u00fcber <strong>\u201eEin Atlas in Zeiten des Krieges: Der geographisch-statistische Atlas von Polen von Eugeniusz Romer\u201c<\/strong>. Beginn ist um <strong>17:15 Uhr<\/strong> im <strong>Seminarraum des Forschungszentrums<\/strong> auf dem Gothaer Friedenstein, der Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.<\/p>\n<p>Eugeniusz Romer gilt als Begr\u00fcnder der polnischen Geographie, auch sein kartographisches Werk ist eng mit seinem nationalen Engagement verbunden. Bekannt wurde Romer vor allem mit dem <em>Geographisch-statistischen Atlas von Polen<\/em>, abgeschlossen im Jahr 1916, mitten im Ersten Weltkrieg als Polen noch ein geteiltes, besetztes Land war und der Kriegsverlauf im Osten ungewiss erschien. Es ist erstaunlich zu sehen, wie, mit welcher Methode und mit welchen Daten, es Romer gelang, in dieser h\u00f6chst un\u00fcbersichtlichen Zeit die Karte eines k\u00fcnftigen Polen zu entwerfen. Denn das Vorhaben war k\u00fchn und gewagt. Schlie\u00dflich arbeitete Romer mit Daten feindlicher Staaten, \u00fcberdies nahm er mithilfe extrapolierender Verfahren Daten der physikalischen Geographie auf, um die Einigung Polens im Kartenbild zu konstruieren. Romer unterlie\u00df es allerdings, politische Grenzen zu ziehen, sodass der <em>Atlas<\/em> in der Nachkriegszeit in offiziellen Zusammenh\u00e4ngen zugelassen und genutzt werden konnte. Mit seiner Konzentration auf den polnischen Binnenraum erwies sich der <em>Atlas<\/em> insgesamt als anpassungsf\u00e4hig an unterschiedliche politische Kontexte &#8211; was seine Karriere durchaus bef\u00f6rderte. Der Vortrag zeigt Romers strategisch wissenschaftlichen wie politischen Einsatz f\u00fcr die polnische Nation und diskutiert den <em>Atlas von Polen<\/em> als Beispiel einer eng mit dem Politischen verbundenen Kartographie.<\/p>\n<p>Morgane Labb\u00e9 ist Historikerin an der \u00c9cole des Hautes \u00c9tudes en Sciences Sociales in Paris. Ihr Spezialgebiet ist die ostmitteleurop\u00e4ische Geschichte, wobei sie insbesondere die Rolle von ethnographischen Karten und Statistiken in Nationalismus und Bev\u00f6lkerungspolitik erforscht.<\/p>\n<p>Abbildung: Eugeniusz Romer, from Wikimedia Commons<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Donnerstag, 4. Februar 2016, l\u00e4dt das Forschungszentrum Gotha der Universit\u00e4t Erfurt ein zum Vortrag von Dr. habil Morgane Labb\u00e9 aus Paris. Sie spricht \u00fcber \u201eEin Atlas in Zeiten des Krieges: Der geographisch-statistische Atlas von Polen von Eugeniusz Romer\u201c. Beginn ist um 17:15 Uhr im Seminarraum des Forschungszentrums auf dem Gothaer Friedenstein, der Eintritt ist &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/archives\/820\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eGastvortrag am 4.2.2016: Dr. habil Morgane Labb\u00e9\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":826,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[35,3],"tags":[],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/820"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=820"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/820\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/826"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=820"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=820"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=820"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}