{"id":916,"date":"2016-04-11T08:03:20","date_gmt":"2016-04-11T07:03:20","guid":{"rendered":"https:\/\/forschungingotha.wordpress.com\/?p=916"},"modified":"2016-04-11T08:03:20","modified_gmt":"2016-04-11T07:03:20","slug":"stipendiatenkolloquien-am-14-april-2016-mareike-dippel-und-hajo-frolich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gotha3.de\/forschungsblog\/archives\/916","title":{"rendered":"Stipendiatenkolloquien am 14. April 2016: Mareike Dippel und Hajo Fr\u00f6lich"},"content":{"rendered":"<p>Am Donnerstag, 14<strong>. April 2016<\/strong>, stehen wieder gleich zwei Vortr\u00e4ge von Herzog-Ernst-Stipendiaten auf dem Programm: <strong>Mareike Dippel<\/strong> (Kassel) spricht um 17:00 Uhr (s.t.) \u00fcber <strong>\u201e\u2026 ein origineller Sonderling.\u201c Eine biografische Untersuchung zu Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg<\/strong> und <strong>Hajo Fr\u00f6lich<\/strong> (Berlin) um 18:15 Uhr \u00fcber <strong>Wissenschaft, Unterhaltung und Politik. Eine Geschichte des Zoos in China, 1906\u20132008<\/strong>. Nat\u00fcrlich sind alle Interessierten herzlich eingeladen ins Forschungszentrum Gotha zu kommen (Seminarraum im Pagenhaus, Schloss Friedenstein).<\/p>\n<p>Kurze Einf\u00fchrungen zu den Vortr\u00e4gen:<\/p>\n<p><strong>Mareike Dippel (Kassel): \u201e\u2026 ein origineller Sonderling.\u201c Eine biografische Untersuchung zu Herzog August von Sachsen-Gotha und Altenburg<\/strong><\/p>\n<p>August Emil Leopold von Sachsen-Gotha und Altenburg (1772-1822) wies f\u00fcr seine Zeitgenossen untypisch feminine Charakterz\u00fcge auf, die ihn als \u201eoriginellen Sonderling\u201c kennzeichneten. Der Briefwechsel, den der Herzog mit f\u00fchrenden philosophischen und literarischen Pers\u00f6nlichkeiten seiner Zeit f\u00fchrte, diente nicht nur dem Austausch freundschaftlicher Worte. Er \u00e4u\u00dferte sich dar\u00fcber hinaus ausf\u00fchrlich zu kulturellen, politischen und pers\u00f6nlichen Themen. Kernpunkt meiner Forschungen in Gotha ist eine mikrohistorische Textauswertung der Korrespondenz Herzog Augusts. Der Fokus liegt dabei auf dem Spannungsfeld zwischen der Selbstwahrnehmung als Mann und Herrscher und der Fremdwahrnehmung durch seine Zeitgenossen. M\u00e4nnlichkeitsentw\u00fcrfe und -praktiken waren besonders um 1800 ein festes Gef\u00fcge aus Normen und Werten, da im Zuge der Aufkl\u00e4rung der Geschlechterdiskurs gro\u00dfen Anklang fand. Ob und inwieweit sich der Herzog von diesem Geflecht an Anforderungen an ihn als Mann und Landesherr beeinflussen lie\u00df und wie er sie umsetzte, soll Gegenstand des Vortrags sein.<\/p>\n<p><strong>Mareike Dippel<\/strong> studierte Geschichte und Germanistik in Kassel. Ihr Hauptinteresse gilt der Fr\u00fchen Neuzeit und der B\u00fcrgertumsforschung. Ihre Abschlussarbeit befasste sich mit Weiblichkeit und Bildungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr b\u00fcrgerliche Frauen um 1800. Ihre Forschungen zu Herzog August in Gotha sind sowohl der Beginn ihres Dissertationsprojektes als auch die Erschlie\u00dfung eines f\u00fcr sie neuen Forschungsfeldes: die Adelsforschung.<\/p>\n<p><strong>Hajo Fr\u00f6lich (Berlin): Wissenschaft, Unterhaltung und Politik. Eine Geschichte des Zoos in China, 1906\u20132008<\/strong><\/p>\n<p>Seit dem sp\u00e4ten 19. Jahrhundert wurden fast \u00fcberall auf der Welt Zoologische G\u00e4rten gegr\u00fcndet. Obwohl also der Zoo \u2013 wie das Museum oder das Opernhaus \u2013 schon lange Teil eines globalisierten Standard-Repertoires kultureller Einrichtungen ist, hat sich die Forschung zu seiner Geschichte bislang fast nur mit Europa und Nordamerika befasst. Als wissenschaftshistorischer Teil eines Projekts zur Geschichte chinesischer Zoos sucht der Vortrag nach Verbindungen zwischen dem Zoo und der Zoologie im China des fr\u00fchen 20. Jahrhunderts. Dabei wird deutlich, dass zwischen beiden \u2013 anders als heutige Rechtfertigungen vermuten lie\u00dfen \u2013 kaum Ber\u00fchrungspunkte bestanden. Chinesische Zoologen konzentrierten sich in ihrem Bem\u00fchen um die eigene, nationale Emanzipation von der westlichen Tierkunde stattdessen auf Labor- und vor allem auf Feldforschung in Form von Expeditionen innerhalb Chinas. Diese waren bis dahin von ausl\u00e4ndischen Institutionen durchgef\u00fchrt worden. Insofern ist es kein Zufall, dass Chinas Zoos tats\u00e4chlich nie \u201eZoologische G\u00e4rten\u201c sondern schlicht \u201eTierparks\u201c (dongwuyuan) hie\u00dfen und hei\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Hajo Fr\u00f6lich<\/strong> hat 2015 an der Freien Universit\u00e4t Berlin seine Doktorarbeit in Sinologie zur Organisation des ersten staatlichen Schulwesens im sp\u00e4ten chinesischen Kaiserreich (1900\u20131911) abgeschlossen. Derzeit forscht er zur Geschichte Zoologischer G\u00e4rten im China des 20. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/aktuell.uni-erfurt.de\/2016\/04\/06\/stipendiatenkolloquium-zu-einem-originellen-sonderling\/\" target=\"_blank\">Wortmelder. Das News-Portal der Universit\u00e4t Erfurt<\/a> gibt ebenfalls Auskunft.<\/p>\n<p><strong>Abbildung:<\/strong> Friedrich Ludwig Theodor Doell (1789 &#8211; 1863): Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg, \u00d6l auf Leinwand, 1807, Stiftung Schloss Friedenstein, Gotha, via Wikimedia Commons<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Donnerstag, 14. April 2016, stehen wieder gleich zwei Vortr\u00e4ge von Herzog-Ernst-Stipendiaten auf dem Programm: Mareike Dippel (Kassel) spricht um 17:00 Uhr (s.t.) \u00fcber \u201e\u2026 ein origineller Sonderling.\u201c Eine biografische Untersuchung zu Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg und Hajo Fr\u00f6lich (Berlin) um 18:15 Uhr \u00fcber Wissenschaft, Unterhaltung und Politik. 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