Mehr als eine herzogliche Residenz. Die Geschichte Gothas als erste moderne Stadtgeschichte Thüringens

Unter dem Titel „Mehr als eine herzogliche Residenz. Die Geschichte Gothas als erste moderne Stadtgeschichte Thüringens“ stellt Dr. Alexander Krünes am 28.11.2018 ein neues Forschungsprojekt vor, in dessen Rahmen bis 2025 eine fundierte zweibändige Gesamtdarstellung der Stadtgeschichte Gothas erarbeitet werden soll.

Gotha gehört seit dem Mittelalter in politischer, ökonomischer und kultureller Hinsicht zu den bedeutendsten Städten Thüringens. Wie andernorts in Thüringen fehlt es aber auch in Gotha an einer modernen Stadtgeschichte, die die Entwicklung eines bürgerlichen Gemeinwesens, ausgerichtet an neueren sozial-, wirtschafts-, gesellschafts- und umweltgeschichtlichen Themen, aber auch Bezug nehmend auf alle relevanten Fragestellungen zur politischen Geschichte, in einem angemessenen Umfang dokumentiert – und zwar vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Trotz der Bedeutung Gothas als zentrale Residenzstadt des Thüringer Raums soll der Fokus der Darstellung weniger auf dem Hof, sondern vorrangig auf den kommunalen bzw. stadtbürgerlichen Entwicklungen liegen. Ohne die selbstverständlich fortwährend bestehenden politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Wechselwirkungen zwischen Residenz und Stadt außer Acht zu lassen, wird beabsichtigt, die Eigenständigkeit sowie Autonomiebestrebungen und Kontinuitätslinien des städtischen Bürgertums nachzuzeichnen.

Da Gotha als „Mittelzentrum“ in höchstem Maße mit der die Stadt umgebenden Region verbunden war, sollen zudem die Beziehungen mit den unmittelbar angrenzenden Territorien des lange Zeit stark zersplitterten Thüringer Raums stets mit berücksichtigt und rekonstruiert werden. Auf diese Weise will die „Geschichte der Stadt Gotha“ auch einen Beitrag zum besseren Verständnis der thüringischen Landesgeschichte leisten und damit ein Modell für andere Stadtgeschichtsprojekte in Thüringen sein.

Der Vortrag findet im Forschungszentrum Gotha am Schlossberg 2 statt und beginnt um 18.15 Uhr. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

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