Stipendiat*innenkolloquium Kerstin Volker-Saad am 25. April

Am Donnerstag, den 25. April 2019 ab 14 Uhr, spricht im Rahmen von „Mappings: Raum- und neue Kartographiegeschichte“ unsere HES-Stipendiatin Kerstin Volker-Saad (Berlin) über „Hermann Fürst von Pückler-Muskaus Orientreise 1834-40 und dessen ’schätzbarer Dienst für die Geographie (Petermann)‘ des Sudan.“

Abstract

Der Gartenkünstler und exzentrische Lebemann Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871) reiste in den Jahren 1834 bis 1840 von Europa nach Nordafrika (Algerien, Tunesien), erkundete die Mittelmeerregion (Malta, Griechenland, Kandia/Kreta), den Nilverlauf (bis Elkueh am Dinder, ca. 200 km südlich von Khartum) sowie das damalige Syrien, Kleinasien und die Donauländer des Kaiserthums Österreichs, um via dem böhmischen Marienbad wieder nach Muskau in Preußen zurückzukehren. Seine Erkenntnisse hielt er in 20 Reisebeschreibungen fest. Durch seine umfassenden Ausführungen zu geografischen, botanischen, zoologischen, historischen, archäologischen sowie ethnographischen Gegebenheiten und seine scharfen politischen Analysen hatte er nicht nur in der literarischen Fachwelt einen heute kaum noch wahrgenommenen beachtlichen Ruf errungen. Ausgehend von einem langen Pückler-Zitat über bisher nicht erforschte Ruinen in der Butana Wüste im Osten des ägyptischen Sudans, das 17 Jahre nach Erscheinen der Werke „Aus Mehemed Ali’s Reich, Theil I-III; 1844“, Eingang in Petermann’s Geographische Mittheilungen (Hassenstein & Petermann, 1861) fand, soll den Fragen nachgegangen werden, welche Bedeutung Pücklers Werke in der geografischen zeitgenössischen Forschung tatsächlich hatten, welche Briefnetzwerke mit Geografen und besonders mit Petermann und anderen Akteuren in Gotha existierten, welche geografischen Diskurse sich Pückler während seiner Reisen möglicherweise zu eigen machte und welche von denen letztlich seine Reiseroute beeinflusst haben könnten.

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