Moderne Stadtgeschichte(n) und ihre Perspektiven

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 Wissenschaftlicher Workshop im Rahmen der 36. Mitgliederversammlung der „Historischen Kommission für Thüringen“ In Kooperation mit der „Forschungsstelle Stadtgeschichte Gotha“ am 20. und 21. März 2020

Städte üben seit jeher zentrale Raumfunktionen aus, die im Laufe der Geschichte zu einer immer stärkeren Verflechtung städtischer und ländlicher Strukturen geführt und letztendlich die Urbanisierung auf der ganzen Welt vorangetrieben haben. Dieser bereits im Altertum einsetzende Prozess wirkt bis in die Gegenwart und hat sich in den vergangenen zwei Jahrhunderten noch einmal stark beschleunigt. Ein Großteil unseres Lebens spielt sich deshalb heute in Städten ab. Sie bestimmen unseren Alltag und formen unsere Identität. Sie sind, so
scheint es, zum unentrinnbaren Schicksal der Menschheit geworden.
In früheren Zeiten lebten weitaus weniger Menschen in urbanen Räumen, doch auch für sie nahm die Stadt bereits einen großen Stellenwert als kommerzielles, administratives oder kulturelles Zentrum ein. Aufgrund dieser Bedeutung begann man schon früh damit, städtisches Geschehen zu verzeichnen und den urbanen Raum mit Erzählungen von Ursprung und Wandel zu versehen. Die Stadtgeschichtsschreibung gehört damit zu den Klassikern der Historiographie. Heutige Stadtgeschichten knüpfen an diese Tradition an, müssen aber ihre eigenen zeitgemäßen Narrative finden. Unter Einbeziehung neuer Fragestellungen bedürfen sie ständiger
Aktualisierung. Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die derzeit für die Stadt Gotha entstehende erste moderne Stadtgeschichte Thüringens fragt die Tagung nach den Formen aktueller Stadtgeschichtsschreibung. Dabei soll zum einen nach den theoretischen Konzepten und methodischen Zugängen zur Erforschung stadtgeschichtlicher Prozesse gefragt und zum anderen konkrete Fallbeispiele aktueller Forschungen zur Stadtgeschichtsschreibung aus dem thüringisch-mitteldeutschen Raum in den Blick genommen werden.

 

Veranstaltungsort: Forschungszentrum Gotha, Schloßberg 2, 99867 Gotha

Datum: 20.03.2020 – 21.03.2020

Programm

Freitag, 20. März

10.15–10.40 Uhr Eröffnung und Grußworte
Prof. Dr. Werner Greiling, Vorsitzender der „Historischen Kommission für Thüringen“
Knut Kreuch, Oberbürgermeister der Stadt Gotha
Thüringer Staatskanzlei (angefragt)

10.40–11.00 Uhr Einführung
Dr. Alexander Krünes (Gotha): Überlegungen zu den Möglichkeiten und Formen aktueller Stadtgeschichtsschreibung

I. Forschung und Vermittlung – Neue Methoden und Ansätze
Moderation: Prof. Dr. Uwe Schirmer (Jena)

11.00–11.35 Uhr
Dr. Olaf Simons (Gotha): Digital Humanities und Stadtgeschichte – Zur Erforschung und Darstellung stadtgeschichtlicher Prozesse in digitalen Plattformen
11.35–12.10 Uhr
Dr. Pierre Fütterer (Magdeburg): Betrachtungen zur naturräumlichen und verkehrsgeographischen Lage Gothas im Mittelalter

12.10–13.00 Uhr Mittagspause

13.00–13.35 Uhr
Dr. Sven Leiniger (Erfurt): Stadt und Ministerialität im mittelalterlichen Thüringen
13.35–14.10 Uhr
Max Grund (Kiel): Die thüringischen Stadtbücher und ihre Auswertbarkeit für die städtische Wirtschaftsgeschichte in Mittelalter und Früher Neuzeit

14.10–14.30 Uhr Kaffeepause

II. Stadtbilder, Stadtwahrnehmungen, Stadtzuschreibungen (Teil 1)
Moderation: Dr. Marko Kreutzmann (Jena)

14.30–15.05 Uhr
Dr. Wolfgang Steguweit (Gotha): Das Bild einer Stadt – Druckgrafische Ortsansichten Gothas vom 16. bis zum 19. Jahrhundert
15.05–15.40 Uhr
Prof. Dr. Helmut-Eberhard Paulus (Burglengenfeld):
Stadt-Geschichte-Schloss. Zur Relativität des Betrachterstandpunktes in der Darstellung der Strukturen von Städten

19.00 Uhr Öffentliche Abendveranstaltung

Begrüßung und Einführung
Prof. Dr. Werner Greiling, Vorsitzender der „Historischen Kommission für Thüringen“

Grußworte
Knut Kreuch, Oberbürgermeister der Stadt Gotha
Matthias Haupt, Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen

Festvortrag

Prof. Dr. Holger Th. Gräf (Marburg):
Die Bedeutung kleiner Städte für die Urbanisierung (1650–1900)

ca. 20.15 Uhr Kleiner Empfang

Samstag, 21. März

II. Stadtbilder, Stadtwahrnehmungen, Stadtzuschreibungen (Teil 2)
Moderation: Dr. Alexander Krünes (Gotha)

9.15–9.50 Uhr
Anita Henneberger (Magdeburg): Der kindliche Leichenzug als Repräsentationsinstrument – Der Leichenzug des Christian von Sachsen-Gotha im Jahr 1642
9.50–10.25 Uhr
Julia Beez (Gotha): Die Revolution von 1848/49 aus der Perspektive einer thüringischen Stadt. Zugriffsmöglichkeiten und Quellen

10.25–10.40 Uhr Kaffeepause

10.40–11.15 Uhr
Dr. Rüdiger Stutz (Jena): Völkische Kultur und moderne Stadt. Die 700-Jahr-Feiern der „Stadterhebung“ Jenas und Geras 1936/37

III. Randgruppen in der Stadt
Moderation: Prof. Dr. Hans-Werner Hahn (Aßlar)

11.15–11.50 Uhr
Dr. Julia Mandry (Mühlhausen): Die Bedeutung serieller Quellen für die stadtgeschichtliche Randgruppenforschung

11.50–12.40 Uhr Mittagspause

12.40–13.15 Uhr
PD Dr. Stefan Gerber (Jena): Konfessionelle Randgruppen in der Stadt. Das Beispiel der Katholiken in Stadt und Universität Jena in der Frühen Neuzeit und im 19. Jahrhundert
13.15–13.50 Uhr
Dr. Uwe Grandke (Rudolstadt): Syrien, Südafrika und Sansibar. Die Auseinandersetzung mit dem Fremden in Rudolstadt

13.50 Uhr Abschlussdiskussion

 

Veranstalter: „Historische Kommission für Thüringen“ in Kooperation mit der „Forschungsstelle Stadtgeschichte Gotha“

 

Zur Ankündigung: Flyer

 

Abbildung:  Gotha um 1850. Aus: Central-Europa. Panoramische Ansichten der vorzüglichsten Haupt- und Residenzstädte, der wichtigsten See- und Handelsplätze, so wie der merkwürdigsten und interessantesten Gegenden Mittel-Europas, namentlich Deutschlands; nebst historisch-geographischen Text. Englische Kunst-Anstalt von A. H. Payne, Leipzig und Dresden. © Wikimedia Commons, URL: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Payne_Central-Europa_(1850)_Gotha.jpg

 

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